Frankfurt Motor Show: Machen die Autobauer ihr Inneres transparent?

Wenn sich die Fans versammeln, um die Vorstellung neuer Automodelle mitzuerleben, wird sich eine Frage stellen – wird die Automobilindustrie die Nachhaltigkeit von Leder verglichen zu anderen Materialien, die aus erschöpflichen Ressourcen stammen, endlich besser verstehen? Wird die Kennzeichnung der alternativen Materialien endlich transparent gegenüber den Kunden?

Es geht längst nicht mehr nur um das Äußere, wenn es um neue Autos geht – die Automobilhersteller wollen sich ändern und legen vermehrt Wert auf die Vermarktung des Innenraums ihrer Fahrzeuge. Wir konnten beobachten, wie Leder durch organisches Material, beispielsweise Kunststoffe oder Kunststoffe, die auf Ölbasis hergestellt wurden, ersetzt wurden. Dies hat mit Begriffen wie “vegan” oder “nachhaltig” freilich wenig zu tun, so, wie es die Wissenschaft darstellt.

Künstliche Materialien in Fahrzeugen sind nicht gerade ein neues Phänomen. Es gab sie schon vor langer Zeit und sie können für manche Teile des Autos durchaus sinnvoll sein, wenn Leder nicht die erste Wahl ist. Aber die meisten Alternativen zu Leder sind leider plastik-basierte Polyurethanchloride (PVC) und Polyurethan, was beides aus fossilen Treibstoffen hergestellt wird und somit schwerwiegende Folgen für die Umwelt hinterlässt, weil diese nicht biologisch abbaubar sind.

Moderne Lederproduktion unterstützt den biologischen Kreislauf
Häute und Felle sind ein Nebenprodukt der Fleischindustrie. Es wäre eine ökologische Katastrophe, diese auf Deponien zu entsorgen, anstatt endlich Verantwortung zu übernehmen und sie im Sinne eines biologischen Kreislaufs zu nutzen. Sorgfältig hergestelltes, bezogenes Leder erfüllt alle Anforderungen an ein wirklich nachhaltiges Material.

Die moderne Lederherstellung ist streng reglementiert und eine saubere, umweltfreundliche Industrie. Verantwortungsbewusste Autohersteller verwenden Leder aus seriösen, geprüften Quellen. Zudem ist Leder sehr pflegeleicht und ist extrem haltbar. Wahrscheinlich überlebt es auch sämtliche alternative Materialien.

Wir verlangen die Transparenz von Automobilherstellern

Bei der Kennzeichnung von synthetischem Alternativmaterial für den Innenraum von Kraftfahrzeugen wird häufig der Begriff „Leder“ verwendet, um die positiven Vorteile von Leder zu verdeutlichen, ohne jedoch die wahre Herkunft des verwendeten Kunststoffs zu offenbaren.

Dabei wird der Begriff Leder jedoch streng durch die Normen der britischen, europäischen und internationalen Organisation für Normung (ISO) definiert und bezieht sich ausschließlich auf Material, das aus Haut oder Häuten von Tieren stammt. So betonte Dr. Kerry Senior, Direktor des britischen Lederhandelsverbandes, in einem Artikel in The Independent (15.08.19): "Es gibt kein veganes Leder."

Hinweis an die Redaktion

Leder fördert auf natürliche Weise die Verwendung von weltweit hergestelltem, nachhaltigem Leder. Die Website www.leathernaturally.org ist eine wichtige Informationsquelle, wenn es um die moderne Lederherstellung und die Rolle einer nachhaltigeren Gesellschaft geht.